Im Eisenbahnbetrieb ist neben der Arbeitssicherheit, die für uns alle essentiell ist, besonders die korrekte Meldung aller Einsätze und Ereignisse das A und O.
Auch wenn wir alle hoffen, nie in die Situation eines Unfalls zu kommen, stellt die Übung dieses Ernstfalls eines der wesentlichen Mittel dar, um für den Fall der Fälle bestens gerüstet zu sein und um eine gewisse Routine zu schaffen, die gerade in Stresssituationen von großer Bedeutung sein kann. Zudem ist die Durchführung solcher Übungen für im Eisenbahnbetrieb zugelassene Unternehmen alle drei Jahre verpflichtend✅.
Am vergangenen Freitag, 02.10.26 wurde für unser Team vom Bahn-/ Gleisbau in Hersbruck folgendes Übungsszenario geschaffen:
Im Rahmen einer Baumaßnahme gleist unser Zweiwegebagger (ZWB) am Bahnübergang in Ebermannstadt ein, meldet dies jedoch nicht korrekt beim Fahrdienstleiter an⚡.
Nichtsahnend nähert sich ein Reisezug der Dampfeisenbahn Ebermannstadt dem Bahnhof und muss dafür auch den Bahnübergang befahren, auf dem unser Zweiwegebagger eingegleist ist. Eine rechtzeitige Bremsung ist nicht mehr möglich, so dass es zur Kollision mit unserem Zweiwegebagger kommt. Durch den Aufprall wird dieser weiter in Richtung Bahnübergang geschoben und stößt dort wiederum mit einem kreuzenden PKW zusammen.
Folgen des Unfalls (Übung):
- Zwei Personen werden im PKW eingeklemmt und schwer verletzt.
- Unser Baggerfahrer wird ebenfalls erheblich verletzt, so dass er sogar von der Feuerwehr aus dem Bagger gerettet werden muss.
- Erheblicher Sachschaden an Fahrzeugen und Infrastruktur
Für die Rettung der verletzten Personen ist die MELDEKETTE essentiell, daher löst unser Projektteam vor Ort die entsprechenden Notrufe aus:
- Fahrdienstleiter
- Feuerwehr
- Rettungsdienst
- Eisenbahnverkehrsunternehmen = EVU
Ebenfalls wird die Notfallleitstelle der SAS GMBH in Köln informiert, die wiederum die internen Meldeketten der Eiffage Infra-Süd kontaktiert.
Um die Übung auch im Nachgang mit allen Beteiligten auswerten zu können und die nötigen Lehren daraus zu ziehen, wurde diese per Video dokumentiert.
Doch ein Fazit können wir bereits vor der detaillierten Auswertung vorwegnehmen: Die Zusammenarbeit unserer Baustelle mit den örtlichen Rettungsdiensten (Feuerwehr, Sanitäter, Polizei) und den Behörden des Eisenbahnbetriebs funktionierte Hand in Hand🤝.
Zum Ausklang der getanen Arbeit wartete noch ein besonderes Highlight auf alle Beteiligten: Die Besichtigung des “Dampfbahn Fränkische Schweiz e.V.” in Ebermannstadt mit vielen historischen, aber noch voll intakten Fahrzeugen und natürlich jede Menge Dampf🚂.
Kohle + Dampf = ein bewährtes Duo, vom Eisenbahnbetrieb des 19. Jahrhunderts bis zum Grillabend des Übungsteams, dem gemütlichen Abschluss eines gelungenen Übungsnachmittags👏.
Doch egal ob auf der Baustelle, im Rettungsdienst, Verkehrs- oder Zugbetrieb - für alle ist dasselbe am wichtigsten: Am Abend immer sicher und gesund nach Hause zu kommen🍀! Auf viele weitere, effektive Übungen, möglichst wenig Einsätze und uns allen weiterhin viel Erfolg sowie eine unfallfreie Bauzeit auf Schienen, Straßen und Brücken.